KOMMUNIKATION

Kunst ist Kommunikation. Alles ist Kommunikation.

Wir behaupten, das allen Dingen, sowohl ursprünglich, als auch letztendlich, eine Interaktion zugrunde liegt, dessen Konzept auf Kommunikation beruht. Von physikalisch wirkenden Kräften und Wechselwirkungen im Universum, bis hin zu den psychisch erfahrbaren Momenten, die wir Seele nennen, kommuniziert alles, was existiert. Ein gemaltes Bild löst nur durch Kommunikationskanäle eine Reaktion beim Betrachter aus. Wir bezahlen Geld für Telekommunikation und sind süchtig nach Kommunikationsreaktionen in Form von „gefällt mir“ Angaben.

Ein biblischer Gott vertreibt seine Schöpfung aus dem Paradies der unmittelbaren Kommunikationsvollkommenheit in die zeitliche und materielle Isolation der Endlichkeit.

Missverständnisse, Psychosen und Kriege sind das Resultat von Kommunikationsstörungen.

 

Kommunikation ist immer das Problem. Kommunikation ist aber auch immer die Lösung.

 

Der Kanal, durch den Kunst transferiert wird, ist genauso Kunst, wie der Impuls der sie erschafft. Dessen gesamte Kommunikation ist Kunst. Alle Kommunikation ist Kunst. Nicht Raum bestimmt hier das Format des Kunstwerkes, sondern Zeit.

Fox & Magpie machen Schnappschüsse im Geflecht der Kommunikationskanäle, und entdecken die vielen Facetten und Symptome einer Existenzgrundlage, die wir durch ihre Unumgänglichkeit als Behinderung ansehen. Communication is a handicap!

Die Erfahrbarkeit darin hat unseren Fokus auf einen Kontaktpunkt gelenkt, der immer den gleichen Mittelpunkt hat: den Menschen.

Hier und Jetzt, an Ort und Stelle, in uns und unserer Umgebung, in unseren Gedanken, unseren Gefühlen und der Gegenwart unseres Alltages, entdecken wir eine Welt, deren Kommunikation wir versuchen greifbar zu machen, indem wir ihre Sprache in die formbare Sprache der Kunst übersetzen.

Blockierte Kommunikation ist gefährlich. Gefühle sind neurologische Informationsbewegungen im Netzwerk Mensch. Alle Gefühle sind Kommunikation. Kommunikation ist die grundlegende Bestimmung von Gefühlen.

 

Doch die Schaltzentrale Mensch zensiert, selektiert und verschiebt das Ungewollte. Der Mensch verdrängt die Angst, er verkleidet die Gier, er ignoriert das Unbequeme. Auf Umwegen mutieren die somit verslumten Kommunikationskörper zu entfremdeten Formen, die etwas bilden, was wir erkennen können, um wieder zu kommunizieren: ein Gesicht.

Es ist das Gesicht der Verstoßenen, der gefallenen Engel, der Ungeliebten und Entwürdigten. Es ist das Gesicht der Sucht, der Abgründe und der Sehnsucht.

Und die bevorzugten und geliebten Gefühle des Menschen fließen in den sicheren Kanälen an den dämonisierten vorbei, wie die Menschen es in den Städten der Erde auch tun, wenn sie an einem Obdachlosen vorbei gehen, dabei das Telefon stets in der Hand, um zu kommunizieren, damit man nicht kommunizieren muss.

Dies ist ein Kunstprojekt mit Telefon. Wir telefonieren, aber auf anderen Leitungen. Wir zeigen Gesicht und Gesichter. Wir stellen Verbindungen her. Kommunikation ist Erlösung. Wir rufen an.

 

Wer geht ran, wenn es klingelt?